Adventskalender

der Pfarrei Christus König, Osnabrück

Weihnachtszeit auf Kuba

Sonnenschein, blauer Himmel, Temperaturen zwischen 16 und 29 Grad – das Klima zur Weihnachtszeit auf Kuba unterscheidet sich schon mal grundlegend von unserer grauen Vorweihnachtszeit, die wir mit vielen Kerzen und Lichtern erhellen.

Was machen denn eigentlich unsere Freunde in der Partnergemeinde in Havanna in der Weihnachtszeit? Wie wird auf Kuba gefeiert?

Weihnachtsbaum in der Kirche

Sicherlich nicht so ruhig und besinnlich wie bei uns. Kubaner singen und tanzen und lachen einfach zu gerne. Sie lieben es auch bunt und funkelnd.

In der „Nochebuena“, dem Heiligabend am 24. Dezember gehen viele Menschen in die Kirche und treffen sich mit ihren Familien. Geschenke  spielen hier keine Rolle. Erst am 31.12. oder am 6. Januar, dem Fest der Heiligen Drei Könige, erhalten die Kinder kleine Geschenke.

Im sozialistischen Kuba ist der  25. Dezember erst seit 1998, als Johannes Paul II. Kuba besucht hat,  wieder ein offizieller Feiertag. Während der Revolution in den 50er Jahren hatte Fidel Castro sämtliche Religionen verboten. Um genaueres  zu erfahren, haben wir die beiden jüngsten  Mitglieder des  „Freundeskreis Osnabrück“  gefragt, wie sie diese Zeit erleben.

Karla R. Albert

Karla R. Albert ist 20 Jahre alt und studiert in Havanna Journalismus:

„In Kuba feiern wir Weihnachten etwas anders als in anderen Ländern. Der Zauber, der mit den Festlichkeiten verbunden ist, die Figur des Weihnachtsmanns und andere symbolischen  Darstellungen der besonderen Zeit des Jahres erhalten in unserem Land eine andere Bedeutung. Zu Beginn ist es wichtig zu sagen, dass Weihnachten und Silvester in Kuba einen politischen Ton haben, denn am ersten Januar feiern die Kubaner den Tag des Triumphes der Revolution. Daher ist es sehr üblich, dass unser Nationales Netzwerk ab  Anfang Dezember mit der Werbung für das so wichtige politische Datum beginnt. Aus diesem Grund folgen in dieser Jahreszeit nicht viele Kubaner der Tradition, Jingle Bells zu singen oder Weihnachtsbäume zu schmücken. Einige tun es, aber es ist einfach nicht sehr verbreitet. Wir teilen andere Traditionen oder symbolische Handlungen, die unsere Eigenart besser verdeutlichen. Im ganzen Land feiern wir mit besonderen Abendessen zwei Termine: 24. Dezember und 31. Dezember.

Die Feier am 24.12. hat eine religiöse Bedeutung: Es ist die Feier der Geburt Jesu. Sogar die Familien, die nicht religiös oder katholisch sind, feiern diesen Tag mit ihren Familien und nutzen die Gelegenheit, wieder mit ihren Lieben in Kontakt zu treten.

Der 31.12. ist ein großes Fest, denn er steht für das Ende des Jahres und die Ankunft eines neuen Jahres. In Kuba ist dies ein sehr politisches Thema, denn Silvester stellt einen neuen Jahrestag des Triumphs der Revolution dar. In kubanischen Familien sind einige Traditionen heutzutage sehr verbreitet. Z.B. baut man eine Vogelscheuche, um sie zu verbrennen, wenn das neue Jahr anbricht. Diese Aktion ist auf dem Land bekannt, und sie steht für die Absicht, die schlechten Dinge der Vergangenheit ruhen zu lassen und mit Freude bessere Zeiten zu empfangen. Wir tendieren auch dazu, Eimer voll Wasser zu werfen, wenn die Uhr Mitternacht schlägt, in dem Versuch, ein sauberes und erfolgreiches neues Jahr zu beginnen.

In dieser Zeit des Jahres wird die Pfarrei speziell zur Feier der Geburt Christi geschmückt. Es kommt sehr häufig vor, dass Menschen, die nicht zur Kirche gehen, viel Zeit in der Kirche  verbringen, um für das kommende Jahr um mehr Glück zu bitten. Es werden auch mehr Messen gefeiert, um den Glauben an Christus in diesem gefühlvollen Moment des Jahres zu genießen.

 In Kuba dreht sich in dieser Jahreszeit alles um die Familien. Es ist eine Zeit, die wir mit unseren Lieben verbringen und dankbar sein können für die Erfahrungen, die wir gemacht haben  und wir zeigen unseren Willen, es uns selbst und den anderen gegenüber im kommenden Jahr besser zu machen.“

Diango Gomez Martinez

Diango Gomez Martinez, Ende 20, schreibt:

„Zuerst einmal meine herzlichsten Grüße und Wünsche der Gesundheit und Brüderlichkeit für alle.

Die Zeit der Advents- und Weihnachtstage und auch die Aktivitäten zum Jahresende verbringen wir in der Kirche zusammen  um den Weihnachtsschmuck, den Baum und die Geburts- und Weihnachtskarten zu organisieren.

In meinem Zuhause verbringen wir das Jahresende sehr gut und teilen Wünsche des Wohlbefindens und der Freude immer mit einem besonderen Abendessen, wie z.B. dem kreolischen Essen mit gebratenem Schweinefleisch, Yucca mit Mojo und ganz besondere Salate.

Im Zusammenhang mit der Geburt Jesu in Bethlehem haben wir auch eine Krippe aufgestellt.

Bevor wir uns beschenken, gibt es immer eine Tombola, die „Weihnachts-Jaba“.  Diese Feier findet jedes Jahr in unserer Kirche statt.

Weihnachten hat für mich eine besondere Bedeutung und Wichtigkeit, besonders das Kommen des Sohnes Gottes ist ein bedeutendes Datum, an dem die Welt verwandelt wird.“

FELIZ NAVIDAD

Gemeinsames Baumschmücken in der Kirche

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